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Am 18. Dezember 2016 verstarb Dr. Erika Pohl-Ströher in Ferpicloz bei Fribourg/Schweiz kurz vor Vollendung ihres 98. Lebensjahres. Sie wurde 1919 im sächsischen Wurzen geboren und wuchs in Rothenkirchen/Vogtland auf. Nach einem Studium der Chemie und Biologie wurde sie kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges in Jena im Fach Biologie promoviert.

Ihr Leben ist eng mit dem Kosmetikunternehmen Wella verbunden, das ihr Großvater 1880 im Erzgebirge gegründet hatte. Ende der 1940er Jahre siedelte die Familie mit der Firma nach Darmstadt über. Frau Dr. Pohl-Ströher lebte danach bis zu ihrem Lebensende in der Schweiz.

Für die Geowissenschaftler, nicht nur in Sachsen, ist ihr Name vor allem mit der weltweit orientierten Mineraliensammlung "terra mineralia" sowie mit der „Mineralogischen Sammlung Deutschland“ in Freiberg verbunden, die seit ihrer Eröffnung 2008 bzw. 2012 bereits mehr als 850.000 Besucher angezogen haben. Erika Ströher hatte bereits in jungen Jahren mit dem Sammeln von Mineralen begonnen und sich diesem Hobby auf hohem fachlichen Niveau bis an ihr Lebensende gewidmet. Der durch das anteilige Erbe an dem Unternehmen Wella gesicherte finanzielle Hintergrund ermöglichte es ihr, ästhetisch hochattraktive Mineralstufen aus aller Welt in ihrer Sammlung zu vereinen. Einen Großteil der insgesamt etwa 80.000 Stufen dieser Privatsammlung hat sie 2004 in die „Pohl-Ströher-Mineralienstiftung“ eingebracht und der TU Bergakademie Freiberg als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.

Dieses großartige Wirken von Erika Pohl-Ströher als Mäzenin ist eine kaum zu überschätzende Leistung für die Wahrnehmung der Geowissenschaften in der breiten Öffentlichkeit. Der BDG hat dies 2004 mit der Verleihung seiner Auszeichnung „Stein im Brett“ gewürdigt, womit sie die dritte Laureatin dieses Preises war. Weitere hochrangige Ehrungen von staatlicher Seite, wie der Sächsische Verdienstorden, sind dem gefolgt. Seitens der TU Bergakademie Freiberg erhielt sie die Ehrendoktorwürde und wurde zur Ehrensenatorin ernannt. In Anerkennung ihrer oftmaligen Sammeltätigkeit in der bekannten Lagerstätte Tsumeb in Namibia erhielt ein vor wenigen Jahren entdecktes Kupfer-Zink-Calcium-Arsenat von Wissenschaftlern des Hamburger Mineralogischen Institutes ihr zu Ehren den Namen Erikapohlit. Damit und vor allem mit ihrer Stiftung wird Dr. Erika Pohl-Ströher den Geowissenschaftlern als engagierte Sammlerin und als großherzige Mäzenin in dankbarer Erinnerung bleiben.

Dr. Werner Pälchen, Halsbrücke

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