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Das diesjährige BDG-Studienforum Geowissenschaften fand in Berlin statt.

Dieses Forum wird seit 9 Jahren vom Ausschuss Hochschulen und Forschungseinrichtungen (AHF) des BDG angeboten, um Studienberatern, Studiengangsmanagern, Studiendekanen und Studierendenvertretungen der geowissenschaftlichen Studiengänge an den Hochschulen Deutschlands ein Podium zum Austausch zu bieten. Dabei werden regelmäßig wichtige Aspekte der geowissenschaftlichen Ausbildung diskutiert.

Prof. Dr. Johannes Müller, Museum für Naturkunde, begrüßte die Gäste. Die nachfolgende Vorstellungsrunde eröffneten die neuen Ausschusssprecherinnen Dr. Ulrike Wolf-Brozio und apl. Prof. Dr. Dorothee Mertmann.

 

 

Studiengangsdatenbank als Erfolgsmodell

Gleich zu Beginn stand die Datenbank der geowissenschaftlichen Studiengänge auf dem Programm. Dr. Peter Müller, der den Studiengangsvergleich 2011 initiierte und weiterentwickelte, stellte den aktuellen Stand der 2016 auf der Homepage des BDG eingerichteten Datenbank vor: derzeit sind dort 87 % der deutschen Hochschulen mit geowissenschaftlichen Studiengängen vertreten – dieser Verdienst gebührt im Wesentlichen den Studiengangskoordinatoren und Stugen, die die erforderlichen Daten zusammenstellen und dem BDG übermitteln!

Herr Müller, der mittlerweile für die European Federation of Geologists (EFG) in Brüssel tätig ist,berichtet von der Idee bei der EFG die, diese  Datenbank auf europäischer Ebene zu etablieren. Knackpunkt ist die Finanzierung: selbst wenn es eine Startfinanzierung für dieses Projekt gibt, stellt sich die Frage, wie die Pflege einer solchen umfassenden Datenbank auf lange Sicht gewährleistet und finanziert werden könne. Dazu diskutierten die Teilnehmer des Studienforums mehrere Varianten: die alleinige Finanzierung durch die nationalen geowissenschaftlichen Verbände, wobei entweder nur Mitglieder oder alle Besucher der Webseite Zugriff haben sollen oder eine (geringe) Teilnahmegebühr der Universitäten. Die letzte Möglichkeit wurde von den Teilnehmern favorisiert. Universitäten, die sich nicht finanziell beteiligen möchten, sollen wenigstens mit ihrem Namen aufgenommen werden.

Erwähnung fand die aktive Rolle, die der BDG über die Datenbank hinaus seit einiger Zeit auf europäischer Ebene spielt: vor allem Dr. Michael Neumann als Vize-Präsident der EFG (European Federation of Geologists) engagiert sich für ein internationales Geo-Mentoring Programm und die Qualifizierung zum European Geologist.

 

Alumni-Arbeit

Das Kernthema des Vormittags war der Alumni-Arbeit gewidmet. Den Einstieg machte Dr. Matthias Deicke, der von der Alumni-Arbeit der Göttinger Geowissenschaftler berichtete: seit 1970 treffen sich die Ehemaligen dort alle 5 Jahre. Jedesmal sind rund 200 Teilnehmer dabei. Basierte die Alumni-Arbeit bisher auf dem Engagement einzelner Ehemaliger und Institutsangehöriger (Adresslistenpflege, Veranstaltungsmanagement), machten eserhöhte Sicherheitsauflagen (Sanitäter, Feuerwehr, Wachdienst), Gema-Gebühren für die Musik und der nur schwer zu leistende Zeiteinsatz für die Organisationsaufgaben notwendig, die Organisationsstruktur zu ändern. Die Anschubfinanzierung und Adressverwaltung ist im Vorfeld des Treffens 2016 vom Verein „Freunde der Geowissenschaften der Universität Göttingen e.V.“ übernommen worden.

Alle Ehemaligen können sich über diesen Verein als Alumnae registrieren lassen und geben dabei gleichzeitig an, ob sie Praktikumsplätze anbieten und /oder Abschlussarbeiten betreuen können. Der Verein bietet zudem eine Plattform für ein Exkursions- und Kursangebot für die Vereinsmitglieder und Interessierte. Mit der Übernahme der Organisation und Co-Finanzierung des Alumni-Treffens durch den Verein gewinnt die Veranstaltung nun zusätzlich durch ein Angebot an Vorträgen aus dem Expertenpool der Ehemaligen und Institutsangehörigen. Ein weiteres Bonbon war z.B. ein durch die Alumni-Kontakte zustande gekommener Blockkurs “Geotechnische Erkundung, Planung, Ausschreibung und Überwachung ”, der den Studierenden im letzten Jahr als zusätzliches berufsorientierendes Angebot zur Verfügung stand.

Im Zuge der Diskussion wurde deutlich, dass für eine erfolgreiche Alumni-Arbeit mehrere Faktoren wichtig sind: Engagierte Einzelpersonen als Zugpferd, eine gesicherte Organisation (z.B. in Form eines Vereins) und ein gewisser Grundstock an Adressen von Ehemaligen. Als hinderlich hingegen erweisen sich Umzüge der Institute und Institutszusammenlegungen. Alle Teilnehmer waren sich darin einig, dass eine universitätsweite Alumni-Arbeit nicht ausreichend ansprechend ist.

Die möglichen Vorteile für die Institute liegen auf der Hand: eine erfolgreiche Alumni-Arbeit erleichtert das Vermitteln von Praktikumsplätzen, die Betreuung von Abschlussarbeiten oder die Organisation von Vorträgen aus der Praxis. Auch praxisbezogene Lehrangebote oder zusätzliche Exkursionen können so entstehen.

Der Vormittagsblock wurde von Prof. em. Dr. Jörn Kruhl, TU München, moderiert.

Vor der Mittagspause konnten die neue Ausschusssprecherin des AHF, Ulrike Wolf-Brozio und deren Vertreterin Dorothee Mertmann, über die neuesten Entwicklungen im AHF berichten und bedankten sich in einer Laudatio bei Herrn Prof. Dr. Helmut Heinisch und Dr. Claudia Panwitz für die langjährige Ausschussarbeit. Eine kurze Führung von Dr. Lutz Hecht durch das Naturkundemuseum krönte die Mittagspause.

 

Pflichtpraktikum im Geo-Studium ist wichtige Vorbereitung auf den Beruf

Im zweiten Block wurden die Anforderungen der Geo-Büros als potenzielle Arbeitgeber an die Absolventen unter der Moderation von Dr. Karl-Ernst Roehl, TU Darmstadt, diskutiert. Neben dem geowissenschaftlichen Fachwissen, das durch gute Noten belegt sein soll, spielen auch Persönlichkeit, die Fähigkeit, verbindlich und kompetent mit Kunden zu interagieren, Aufgeschlossenheit und – vor allem – erste praktische Erfahrungen eine Rolle.

Diese sollten sich sowohl auf die Geländetätigkeit als auch auf die Gutachtenerstellung beziehen. Viele Consulting-Büros stellen bevorzugt Absolventen ein, die sie vorher bereits über ein dort absolviertes Pflichtpraktikum oder im Rahmen einer Hilfstätigkeit kennenlernen konnten. „Das verschafft uns einen großen Vorteil“, so Klaus Bücherl von der Firma tewag, „da diese jungen Geowissenschaftler schon unsere Strukturen und Arbeitsweisen kennen und bewiesen haben, dass sie in das Team passen“.

Seitens der Universitäten ist häufig nicht klar, welch große Rolle die Berufspraktika bei der Berufswahl spielen. In Studienreformprozessen kommt regelmäßig die Frage auf, ob die verpflichtenden Betriebspraktika nicht verkürzt oder sogar weggelassen werden können. Das ist nach Ansicht des BDG eine gefährliche Idee, denn andere, ebenfalls in das Berufsfeld drängende Ausbildungsgänge haben heute schon einen gewissen Wettbewerbsvorteil bei der Praktikumsplatzsuche. Beinhalten Bachelorstudiengänge in den Geowissenschaften normalerweise ein Praktikum zwischen 4 und 8 Wochen, absolvieren Studierende von Fachhochschulstudiengängen, z.B. im Bereich Umwelt, ein 18 wöchiges Pflichtpraktikum.

Der BDG plädiert daher dafür, auch weiterhin Pflichtpraktika in das Curriculum geowissenschaftlicher Studiengänge einzubinden, wobei eine Mindestdauer von 4 Wochen nicht unterschritten werden sollte. So kann die von den Arbeitgebern gewünschte Praxiserfahrung direkt vor Ort erworben werden.

Das nächste BDG-Studienforum wird im Frühjahr 2018 in Göttingen stattfinden.

 

Tamara Fahry-Seelig, Dorothee Mertmann & Ulrike Wolf-Brozio, AHF im BDG

 

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