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Werner Kasig verstarb am 22. Juni 2020 wenige Tage nach Vollendung seines 84. Lebensjahres. Seine lang anhaltende Krankheit führte ihn immer weiter weg aus dieser Welt und ließ einen Kontakt in den letzten Jahren kaum mehr zu.

Werner Kasig wurde in Breslau geboren und studierte nach dem Kriege in Aachen Geologie-Paläontologie, wo er 1967 auch seine Promotion abschloss. Nach einer Assistentenzeit in Aachen und einer Vertretung in Essen habilitierte er sich 1980 in Aachen und erhielt dort 1982 eine Professur für Allgemeine, Regionale und Historische Geologie.

Folgerichtig lag sein wissenschaftlicher Schwerpunkt in der regionalen Geologie, insbesondere in der Eifel. Bevorzugtes Forschungsobjekt war Kalkstein, was 1996 zu der Herausgabe des Standardwerks "Karbonatgesteine in Deutschland" führte, das er zusammen mit Rudolf Gotthardt herausgab.

Prof. Kasig war Hochschullehrer mit Leib und Seele. Das Fortkommen seiner Studenten lag ihm sehr am Herzen. Ebenso bezeichnend für ihn war seine tiefe Liebe zur Aachener Heimat, die in vielen seiner Projekte zu spüren war und die er mit anderen Vorhaben verknüpfte. So verband er beispielsweise die Pflege von Industriedenkmälern (Kalköfen) erfolgreich mit der geowissenschaftlichen Öffentlichkeitsarbeit. Bei der Etablierung von Geopfaden leistete er Pionierarbeit, die bis heute nachwirkt. Viele heimatkundliche Veröffentlichungen lassen diese Verbundenheit spüren.

Sein Engagement für die Studenten mündete zwangsläufig in die Sorge, was aus ihnen nach Beendigung des Studiums werden würde. Damals waren die Berufsaussichten schlecht, neue Berufsfelder (z. B. in der Umweltgeologie) drohten von anderen Berufsgruppen übernommen zu werden und es wuchs in ihm die Überzeugung, dass eine berufsständische Vertretung dringend notwendig sei. So lag es nahe, dass Prof. Kasig lange zurückliegende Überlegungen zur Gründung eines Berufsverbandes aufgriff, die jetzt im Kreise Aachener Studenten erneut diskutiert wurden. Was folgte ist Geschichte.

Gerne stellte er all seine Kraft und seine Möglichkeiten in den Dienst dieser Idee, die Anfang der 1980er Jahre konkret wurde. Zunächst nahm Prof. Kasig Kontakt zu einer Vielzahl von Kolleginnen und Kollegen aus allen beruflichen Bereichen (Geobüros gab es damals nur wenige) auf, um deren Einschätzung zur Gründung eines Berufsverbandes zu erfahren. Nach vielen positiven Rückmeldungen wurden die nächsten Schritte angepackt. Mit viel Fleiß und in seiner nüchternen, zupackenden Art ("der Sache verpflichtet" gehörte zu seinen häufig benutzten Ausdrücken) und mit Hilfe der Aachener Studentengruppe wurden in etlichen Sitzungen in der Institutsbibliothek grundsätzliche Diskussionen geführt (welcher Name würde passen, welche Gruppen sollen angesprochen werden), die schließlich in einen Satzungsentwurf mündeten. Viele weitere Interessenten stießen hinzu, so dass die Sitzungen auch an anderen Orten stattfanden. Auch die damalige Deutsche Geologische Gesellschaft unterstützte das Vorhaben, wenngleich sie selbst eine berufsständische Gruppe nicht beherbergen wollte. Immerhin gewährte sie einen wertvollen Startkredit.

So kam es im Juni 1984 in Bonn, der damaligen Bundeshauptstadt, zur Gründung des "Bundesverbandes Deutscher Geologen" mit dem Untertitel "Berufsverband für Geologen, Mineralogen und Geophysiker". Die Gründungsversammlung, zu der über 150 Personen erschienen waren, wählte Werner Kasig zum Vorsitzenden des BDG.

Die Anfangsjahre waren keineswegs einfach, galt es doch, die verschiedenen Vorstellungen über die Ausrichtung eines Berufsverbandes für Geowissenschaftler zusammenzuführen. Eine Geschäftsstelle wurde eingerichtet (als Untermieter der Alfred-Wegener-Stiftung, der heutigen GeoUnion) und die Arbeiten aufgenommen, z. B. das Erstellen eines Nachrichtenorgans, den BDG-Mitteilungen. Dem damaligen Gründungsvorstand unter Leitung von Prof. Kasig war von vornherein klar, dass es ohne eigenes Personal nicht geht. Und so wandte schon der ganz junge BDG einen großen Teil seiner Mittel für eine Geschäftsstelle mit eigenem Personal auf. Prof. Kasig blieb drei Jahre lang Vorsitzender. 1987 trat er, wie er selbst es nannte, "wieder ins Glied zurück". Doch blieb er auch danach mit Rat und Tat dem BDG verbunden.

Während seiner Amtszeit lag ihm eine Sache besonders am Herzen: Die Bereitschaft von Kommunen, Städten, Kreisen etc. Geologen einzustellen. Die Vorzüge von "Kommunalgeologen" wurde von ihm intensiv propagiert und so gehört es auch zu seinen Verdiensten, dass in den Folgejahren auf den unteren Ebenen (z. B. in den damals vielfach gegründeten Umweltämtern) Geowissenschaftler zum Einsatz kamen. Geradezu visionär waren seine Vorstellungen vom anzustrebenden Zusammenwirken der wissenschaftlichen Gesellschaften untereinander und mit dem BDG; Vorstellungen, die bis heute nicht erreicht wurden und bis heute ihre Richtigkeit behalten haben. Auf dem 1. Deutschen Geologentag 1999 wurde Werner Kasig zum ersten Ehrenmitglied des BDG ernannt.

Werner Kasig hat durch die Gründung des BDG bleibende Verdienste um den Berufsstand und um den akademischen Nachwuchs erworben. Sein Lebenswerk ist fester Bestandteil der Geogemeinschaft geworden und entwickelt sich weiter, worauf er gewiss stolz wäre. Genauso wie wir stolz sind, dass wir mit ihm eng zusammenarbeiten und ihn bei der Verwirklichung seines Zieles ein Stückweit begleiten durften.

 

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