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Pressemitteilung
Unabhängige Geowissenschaftler unterstützen den Lindner-Vorstoß zum Fracking

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Berlin - Heute hat der Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler auf die Dimension des Ausfalls russischer Gasmengen hingewiesen und gleichzeitig Lösungsoptionen zur umweltfreundlichen Nutzung großer heimischer Gasressourcen aufgezeigt! Dabei wurde verdeutlicht, dass nach Stand von Wissenschaft und Technik keine negativen Umweltauswirkungen zu befürchten sind.

Rund 50% der deutschen Haushalte heizen mit Erdgas. Erdgas puffert zudem die fluktuierenden Energien aus Wind und Sonne und ist essenzieller Grundstoff der chemischen, pharmazeutischen und Düngemittelindustrie. Heizkosten werden für viele Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen unbezahlbar, industrielle Prozesse werden heruntergefahren, die Produktion schließt oder wandert ins außereuropäische Ausland ab, weil Energiekosten zu hoch und die benötigten Mengen nur unter großen wirtschaftlichen Einbußen beschafft werden können.

Es ist das Gebot der Stunde, jede Abhängigkeit so weit wie möglich zu reduzieren, das wird durch die jetzige Gaskrise überdeutlich. Deshalb wäre es ein schwerer Fehler, nur auf LNG zu setzen. Die LNG-Mengen werden vorerst nicht den eingetretenen Wegfall an Erdgas kompensieren, auch ist LNG mit einem wesentlich höheren CO2-Fussabdruck verbunden als inländisches Erdgas. Die Alternative Wasserstoffimporte steht absehbar nicht in benötigter Menge zur Verfügung. Andererseits ist die heimische Schiefergasnutzung heute nach Stand von Wissenschaft und Technik ohne Gefahren für die Umwelt möglich, dies wird auf der heutigen Pressekonferenz dargelegt.

Daher wird die Bundesregierung aufgefordert, diesen Weg unverzüglich zu beschreiten. Dies bedeutet zuallererst die Aufhebung des Frackingverbots von 2017 und ein beschleunigtes Genehmigungsverfahren, wie jüngst zu den LNG-Terminals, um nicht weiter Zeit zu verlieren. Die im offenen Brief vom 24.10. von verschiedenen Organisationen vorgetragenen Gegenargumente sind technisch-wissenschaftlich nicht haltbar und können sämtlich widerlegt werden. Heimisches Frackingas ist relativ kurzfristig verfügbar, führt zu weniger Methanemissionen und ist auf jeden Fall billiger als Gas aus LNG-Anlandungen. Nach heutigem Kenntnisstand wird es um den Preis von 50 € / MWh verfügbar sein.

Andreas Hagedorn, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Geowissenschaftler, wies in seinem Eingangsstatement auf den langfristigen Bedarf von Erdgas als Energie und Rohstoff hin. Das wirtschaftliche Wohlergehen der Bundesrepublik Deutschland ist für die kommenden Jahre untrennbar mit einer sicheren Erdgasversorgung verbunden. Nur so bleibt die Bundesrepublik Deutschland aus starker Position auch in Zukunft handlungsfähig. Für eine schnelle Erhöhung der einheimischen Erdgasgewinnung bestehen keine nennenswerten technischen oder geowissenschaftlichen Hindernisse, diese ist in wenigen Monaten anfahrbar. Bis zum Winter 2023/2024 könnte das erste unkonventionelle Erdgas fließen und bis 2025 die Produktion bereits zu spürbaren Entlastungen führen. 

Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel, Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe a.D., erläuterte den Stand der Technik und die möglichen Potenziale. Unter hiesigen Genehmigungsauflagen durchgeführtes Fracking ermöglicht es, einen Großteil der entfallenen Gaslieferungen zu ersetzen, ohne Kompromisse beim Umweltschutz einzugehen. Die gute Nachricht ist: Anders als Pipelinegas oder LNG aus Übersee hat heimisches Erdgas keinen Millionen Tonnen schweren CO2-Rucksack, schont das Klima und erspart uns Devisenausgaben in Milliardenhöhe.

Prof. Dr. Christoph Hilgers, Karlsruhe Institute of Technology – KIT ging in seinem Statement insbesondere auf den Stand der Wissenschaft bei den Umwelttechnologien ein. Inzwischen wurde viele Millionen Mal in großer Tiefe gefrackt. Vorkommen können heute gezielt erbohrt, überwacht und das Grundwasser sicher geschützt werden.

Werner Ressing, Ministerialdirektor a.D., ehemals Abteilungsleiter Industriepolitik des BMWI, forderte Bundesregierung und Bundestag zur sofortigen Aufhebung des Frackingverbots auf, er wies auf den Konsens von vor 10 Jahren hin, als es bereits ein abgestimmtes Frackingkonzept gab, das durch „falsche Weisheiten“ zunächst nicht weiterverfolgt wurde und dann 2017 zum Frackingverbot führte. Die gleichzeitig eingesetzte unabhängige Expertenkommission habe allerdings in ihrem letzten Bericht 2021 Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt, denen der Bundestag nicht nachgekommen sei. Deshalb sei politisches Handeln überfällig.