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Großartige Taufe des Andesits zum Gestein des Jahres 2021

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Mit einer eindrucksvollen Veranstaltung im Steinbruch Mammendorf (bei Magdeburg) der Cronenberger Steinindustrie im Flechtinger Höhenzug (Sachsen-Anhalt) wurde am Donnerstag, den 23. September 2021, der Andesit zum „Gestein des Jahres 2020/21“ erhoben. Eingeladen hatten der BDG Berufsverband deutscher Geowissenschaftler, der alljährlich den Ehrentitel „Gestein des Jahres“ verleiht, sowie der Steinbruchbetreiber, die Cronenberger Steinindustrie, der Unternehmerverband Mineralische Rohstoffe (UVMB), das Landesamt für Geologie und Bergbau Sachsen Anhalt (LAGB), der Bundesverband Mineralische Rohstoffe e.V. und die Akademie für Geowissenschaften und Geotechnologien e.V. Coronabedingt war die Taufe um ein Jahr verschoben worden. Jetzt war es endlich soweit.

Schon auf dem Außengelände an der Abbruchkante des Bruches stimmten Baufahrzeuge und ein stratigraphisches Profil der im Steinbruch angetroffenen Gesteine die Gäste auf das Gestein des Jahres und seine außergewöhnlichen Nutzungspotenziale ein. Ein für die über 150 Gäste errichtetes Festzelt schaffte einen würdigen Rahmen, in dem es offensichtlich an nichts mangelte, wenn auch der heftige Wind gegen das Zelt drückte. 

Der Andesittaufe ging ein kurzes, aber abwechslungs- und inhaltsreiches Symposium über den Andesit voraus. Der Andesit ist ein häufiges vulkanisches Gestein. Andesite bilden Vulkane, die zu den schönsten aber auch zu den gefährlichsten Vulkanen der Welt gehören und den „Ring of Fire“ um den Pazifik prägen. Es besteht zu etwa 57 bis 63 Gewichtsprozent aus SiO2 und gehört damit zu den intermediären Gesteinen. Der Andesit besitzt oft ein porphyrisches Gefüge mit einer feinkristallinen Grundmasse. Die Einsprenglinge sind meist intermediärer Plagioklas, mafische Minerale wie Pyroxen, Amphibol, Biotit aber auch Quarz oder Olivin. An Akzessorien kommen Magnetit, Apatit, Zirkon und Titanit vor. Eine große Faszination geht von weitverbreiteten Hohlraumfüllungen aus, die sekundär mit SiO2 Modifikationen oder Zeolith gefüllt sein können. 

Eröffnungsworte wurden von Max Pescher, Geschäftsführung der Cronenberger Steinindustrie (Wuppertal), und Andreas Hagedorn, Vorsitzender des BDG, an die Gäste gerichtet. Dabei bedankte sich Andreas Hagedorn auch beim Ehrenmitglied des BDG, Dr. Werner Pälchen, der in seiner Zeit als BDG-Vorsitzender das Gestein des Jahres "erfunden" hatte. Grußworte sprachen der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Jürgen Ude, und der Landrat des Landkreises Börde, Martin Stichnoth. Alle wiesen auf die Bedeutung der heimischen Georessourcen hin. 

Dr. Manuel Lapp, Sprecher des Kuratoriums „Gestein des Jahres“, hob in seinem Vortrag über die Gesteine des Jahres als eines der wesentlichen Ziele der Initiative die Verbreitung des Wissens um Geologie und Gesteine mit ihren vielfältigen Verwendungen in die Öffentlichkeit hervor. Dr. Bodo-Carlo Ehling, Landesamt für Geologie und Bergbau, sprach über den Andesit als Gestein und das regionale Vorkommen im Flechtinger Höhenzug. Bert Vulpius, UVMB, ging detailliert auf die Bedeutung heimischer Steine-Erden-Rohstoffe ein. Max Pescher, Geschäftsführer der Cronenberger Steinindustrie, berichtete abschließend über den Erfolg des Familienbetriebes und den Andesitsteinbruch in Mammendorf, der kurz nach der Wende in Angriff genommen wurde.

Bemerkenswert auch die Ausstellungen im Festzelt. Archäologische Funde wurden ebenso präsentiert wie Dinosaurierspuren. Beides wurde enteckt, als man den Boden und die Deckschichten abtrug, um an das Festgestein zu gelangen. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einer geführten Besichtigung per Bus durch den Steinbruch, der noch für 5 - 6 Jahre Vorräte aufweist, wenn es nicht zu einer Erweiterung kommen sollte. 

Der Festakt bot insgesamt eine spannende Begegnung mit Geowissenschaften, Rohstoffwirtschaft und Kultur. Feierlich „getauft“ wurde das Gestein des Jahres zünftig mit einer Flasche Sekt, die an einem Andesitbrocken zerbrach. Der große Dank geht an die Cronenberger Steinindustrie Franz Triches GmbH & Co KG, die keine Mühen gescheut und an alles gedacht hat. Die gesamte Mammendorfer Belegschaft unter Leitung von Sascha Wienbrock war bei den Vorbereitungen eingebunden. Kleine Geschenke mit Andesit waren vorbereitet, Informationsmaterial lag ebenso perfekt griffbereit wie Kugelschreiber, Namensschilder, Kalender und vieles mehr. Sogar ein abgetrennter Bereich für möglicherweise notwendige Schnelltest (es galten die 3-g-Relgeln) war eingerichtet und mit professionellem Personal aus einer ortsansässigen Apotheken besetzt. Und natürlich trugen auch das hervorragende Buffet und die lange vermisste Möglichkeit, sich zu treffen und zu unterhalten, zur äußerst gelungenen Taufe bei.

 

Manuel Lapp (Freiberg) und Hans-Jürgen Weyer, BDG

Foto Andreas Hagedorn begrüßt die Gäste im voll besetzten Festzelt