Gestein des Jahres 2025
Gehört „zum guten Ton“ – Ton ist Gestein des Jahres 2025
Ton gehört mit zu den ältesten und wichtigsten Roh- und Werkstoffen der Menschheit.
Das hängt mit seinen besonderen Eigenschaften zusammen: Ton ist quellfähig, d.h. er
kann Wasser aufnehmen und vergrößert damit sein Volumen und wird plastisch
verformbar. Trocknet man den geformten Ton, bleibt die Form und wird haltbar. Dies
nutzt man in vielen Teilen der Welt zum Beispiel zur Herstellung getrockneter
Lehmziegel.
Stabiler und belastbarer noch ist gebrannter Ton: Beim Brennen wird das Wasser
ausgetrieben und es entstehen neue Minerale und Glas, die für die Verkittung innerhalb
des Materials sorgen. Somit entsteht eine Keramik. Diese Anwendung nutzt die
Menschheit seit nahezu 30.000 Jahren für die Herstellung von Gefäßen, Figuren,
Ziegelsteinen, Dachbedeckungen oder Kunstwerken.
Außerdem wird Ton zur Abdichtung von Kanälen, Absetz- oder Regenrückhaltebecken,
Teichen, Deichen und Deponien eingesetzt. Mächtigere Formationen von hochdichtem
Ton werden als Endlager für radioaktive Abfälle diskutiert - zum Beispiel favorisiert die
Schweiz diese Lösung.
Ton ist aber auch Rohstoff in der Zementindustrie und kommt als Schamotte für die
Innenauskleidung von Öfen zum Einsatz. Papier wird durch den Zusatz von Ton
geschmeidiger und erhält eine glatte Oberfläche. Ton wird aber auch in medizinischen
und kosmetischen Produkten sowie zu therapeutischen Zwecken (Fango) eingesetzt.
Ton gehört zu den wenig verfestigten Sedimentgesteinen mit einer Partikelgröße von
weniger als 2 μm und besteht hauptsächlich aus den Tonmineralen Illit, Kaolinit,
Montmorillonit und Chlorit.
Ton wird in Stillwasserbereichen der Meere oder auf dem Kontinent abgelagert und
entsteht bei der Verwitterung verschiedener Gesteinsarten.
In Deutschland findet man Ton z. B. im Westerwald. Die dortigen Lagerstätten zählen
zu den größten Tonvorkommen in Europa. In Deutschland werden laut dem Bericht der
Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) zur Rohstoffsituation
2023 jährlich 10 Millionen Tonnen Ton (einschließlich Bentonit und Kaolin) produziert.
Mit der Nominierung zum Gestein des Jahres 2025 soll insbesondere der Ton einer
breiten Öffentlichkeit nahegebracht und allgemein auf die Bedeutung der
Geowissenschaften und der Gesteine für das tägliche Leben hingewiesen werden. Das
„Gestein des Jahres“ wird seit 2007 von einem Fachkuratorium des BDG ausgewählt.
Die Präsentation und Taufe im Jahr 2025 findet anlässlich des 10-jährigen Jubiläums
der Verleihung des UNESCO-Titels an den deutsch-polnischen UNESCO Global
Geopark Muskauer Faltenbogen / Łuk Mużakowa in Neiße-Malxetal (Brandenburg)
erstmals grenzüberschreitend unter Beteiligung der polnischen Partner statt. Weitere
Partner sind das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR), das
Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) und der
Unternehmerverband Mineralische Baustoffe (UVMB) e.V.
Im Rahmen von Veranstaltungen und Publikationen wird die Öffentlichkeit ein Jahr
lang über das ausgewählte Gestein, seine Geologie, seine Funktion im Naturraum,
seine Verwendung, sowie über die Gewinnung informiert. Veranstaltungen zum
diesjährigen Gestein des Jahres werden auf der Website des BDG (www.geoberuf.de)
bekannt gegeben.
Über den Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler e.V.
Der BDG Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler e. V. vertritt seit mehr als 40
Jahren die Interessen des Berufsstandes der deutschen Geowissenschaftlerinnen und
Geowissenschaftler. Der BDG ist damit zentraler Ansprechpartner für die Bereiche
Umwelt, Baugrund, Geoenergie und Geothermie, Rohstoffe und Wasser. Der BDG
äußert sich zu allen berufsständischen Belangen der verschiedenen Geo-Branchen,
wie beispielsweise Umweltgeologie, Geotechnik, Rohstoffgeologie, Hydrogeologie,
Schadstofferkundung, geophysikalische Erkundung, Geothermie, Wissenschaft oder
Abfallwirtschaft. Derzeit hat der BDG etwa 2.000 Mitglieder, darunter mehr als 140
Firmen und Unternehmen aus allen Bereichen der Geowissenschaften.
Hinweise:
Ton, das Gestein des Jahres 2025, wird am 27. Juni dieses Jahres im Rahmen eines
Festakts offiziell getauft. Falls Sie sich bereits jetzt als Medienvertreter*in für die
Veranstaltung vormerken lassen möchten, senden Sie bitte eine kurze E-Mail an
untenstehenden Kontakt.
Bildmaterial steht zum Download auf der Website des BDG unter folgendem Link zur
Verfügung: geoberuf.de/veroeffentlichungen/gestein-des-jahres
Bei Veröffentlichung freuen wir uns über Zusendung eines Belegexemplars.
Pressekontakt:
BDG Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler e. V.
Andreas Günther-Plönes
ploenes@geoberuf.de