Gesteinstaufe des Gestein des Jahres 2025
Das gehört zum „guten Ton“
Neiße-Malxetal (27.06.2025). Ton ist ein Rohstoff, der aus dem täglichen Leben kaum wegzudenken ist. Er findet seine Anwendung bekanntermaßen als keramischer Grundstoff in Töpferwaren, in der Kunst und in Feuerfest-Produkten, dichtet beispielsweise Regenrückhaltebecken, Deiche oder Deponien ab, adsorbiert Schadstoffe oder kann Kunststoffe UV-beständig machen. Dieses besondere Gestein ist der TON, ein Lockergestein, dass das Ergebnis von Erosion und Ablagerung ist. Ton ist es wert, zum Gestein des Jahres ernannt zu werden!
Heute fand in der Alten Ziegelei Klein Kölzig in Neiße-Malxetal, dem Sitz der Geschäftsstelle des UNESCO Global Geopark Muskauer Faltenbogen / Łuk Mużakowa, die Tauffeier des diesjährigen "Gestein des Jahres", statt.
Die Besonderheit lag dieses Jahr darin, dass nicht nur das Gestein des Jahres gefeiert wurde, sondern auch das zehnjährige Jubiläum der Zertifizierung des Geoparks als UNESCO Global Geopark. Da der Geopark auf deutschen und polnischen Staatsgebiet liegt, war dies die erste grenzüberscheitende Taufe eines Gestein des Jahres unter Beteiligung der polnischen Partner. Der Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler bestimmt alljährlich seit 2007 das „Gestein des Jahres“. Preisträger waren unter anderem Basalt, Sand, Grauwacke, Phonolith und Suevit.
„Als BDG freuen wir uns ganz besonders, dass unser Kuratorium „Gestein des Jahres“ in diesem Jahr den Ton bestimmt hat, dessen Bedeutung oft unterschätzt oder nicht wahrgenommen wird – trotz seiner fundamentalen Wichtigkeit für Geotechnik, Hydrogeologie und umwelttechnikbezogene Anwendungen, für die Verwendung in Baustoffen, aber auch mit Bedeutung in Archäologie und Kunst“, meint BDG-Geschäftsführer Andreas Günther-Plönes.
Ton gehört zu den wenig verfestigten Sedimentgesteinen und besteht hauptsächlich aus Tonmineralen, weiterhin aus geringeren Mengen an Quarz, Glimmermineralen, Feldspat und seltener Karbonaten. Tonminerale sind Schichtsilikate; zu den häufigsten gehören Illit, Kaolinit, Montmorillonit und Chlorit. Als Tonpartikel gelten in den Geowissenschaften Partikel < 2 µm. Ton ist ein Naturprodukt, das in Stillwasserbereichen der Meere oder auf dem Kontinent abgelagert wird oder auch durch Verwitterung entsteht. Maßgeblich ist hier die chemische Verwitterung, die zur Bildung insbesondere von Kaolinit und Montmorillonit führt.
Ton ist ein weltweit verbreiteter Rohstoff, der vor allem in den jüngeren, d.h. meso- und känozoischen Schichtenfolgen vorkommt; in den älteren stratigraphischen Einheiten ist er zumeist infolge von Kompaktion zu Tonstein oder Tonschiefer umgewandelt. Das Ton zu den ältesten und wichtigsten Roh- und Werkstoffen der Menschheit gehört, liegt an den besonderen Eigenschaften des Materials: Ton ist quellfähig, d.h. er kann Wasser aufnehmen und damit sein Volumen vergrößern, und bei einem ausreichenden Wassergehalt ist Ton plastisch verformbar. Wenn der geformte Ton dann getrocknet wird, ist er haltbar. Auf diese Weise bilden getrocknete Lehmziegel einen wichtigen Baustoff in vielen Teilen der Welt.
Gestein des Jahres 2025
Die Präsentation und Taufe im Jahr 2025 erfolgte in Kooperation mit dem Geopark Muskauer Faltenbogen / Łuk Mużakowa, der Deutschen Ton- und Tonmineralgruppe (DTTG) e.V., dem Unternehmerverband Mineralische Baustoffe (UVMB) e.V., dem Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg (LBGR) und dem Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG
Im Rahmen von Veranstaltungen und Publikationen wird die Öffentlichkeit ein Jahr lang über das ausgewählte Gestein, seine Geologie, seine Funktion im Naturraum, seine Verwendung, sowie über die Gewinnung informiert. Veranstaltungen zum diesjährigen Gestein des Jahres werden auf der Website des BDG (www.geoberuf.de) bekannt gegeben.
Wir bedanken uns bei allen Kooperationspartnern für den großartigen Tag und die gelungene Taufe!
Über den Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler e.V.
Der BDG Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler e. V. vertritt seit mehr als 40 Jahren die Interessen des Berufsstandes der deutschen Geowissenschaftlerinnen und Geowissenschaftler. Der BDG ist damit zentraler Ansprechpartner bei allen berufsständischen Belangen der verschiedenen Geo-Branchen, wie beispielsweise Umwelt, Baugrund, Geothermie, Rohstoffe und Wasser. Derzeit hat der BDG etwa 2.000 Mitglieder, darunter mehr als 150 Firmen und Unternehmen aus allen Bereichen der Geowissenschaften.
Bildmaterial steht zum Download auf der Website des BDG unter folgendem Link zur Verfügung:
https://geoberuf.de/veroeffentlichungen/gestein-des-jahres
Pressekontakt:
BDG Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler e. V.
Michelle Klein (klein@geoberuf.de)
Andreas Günther-Plönes (ploenes@geoberuf.de)